«Ich will euch stärken, kommt!» Weltgebetstag 2026 aus Nigeria
Freitag, 6. März 2026, 19.30 Uhr, Kath.Franziskus-Zentrum, Uetkon am See
Zum neunzigsten Mal wird im März 2026 in der Schweiz der ökumenische Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Der Gottesdienst zum Thema «Ich will euch stärken, kommt!» ist ein Geschenk der Weltgebetstagsfrauen aus Nigeria in Westafrika und verbindet christliche GemeinschaMen rund um die Welt miteinander. In Männedorf und UeOkon wird die Gottesdiensfeier erstmals gemeinsam vom Männedörfler und vom Uetiker Weltgebetstagsteam vorbereitet und gestaltet.
Herzlich willkommen im Franziskus-Zentrum in Uetikon beim gemeinsamen Singen und Beten, beim Hören auf die biblische Botschaft und von Lebens- und Glaubensgeschichten aus Nigeria, beim Nachsinnen und geschwisterlichen Teilen bei der Kollekte für Solidaritätsprojekte und im WGT-Beizli bei heissem Tee und kleinen nigerianischen Köstlichkeiten.
Nigeria ist mit rund 230 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land Afrikas und sehr vielfältig: Meeresküste, Wüste, Flusstäler, Grasebenen, Berge, Regenwald; 250 Ethnien und 500 Sprachen; afrikanische Naturreligionen, Islam und Christentum; Millionenstädte, Bauern- und Fischerdörfer, mit ihren Herden herumziehende Nomaden, Slums; Erdölreichtum und grosse Armut; eine präsidiale Bundesrepublik mit Königreichen und Emiraten; modernes, traditionell afrikanisches Recht und Scharia … Damit verbunden sind riesige Herausforderungen an ein faires Miteinander bei weitverbreiteter Korruption und Gewalt. Zudem wächst die Bevölkerung weiter, breitet sich die Wüste südwärts aus, wird der Tschadsee immer kleiner, und zerstört der Klimawandel die Lebensgrundlagen ganzer Gegenden.
Die enorme Vielfalt ist ein Erbe der Kolonialzeit, wo Grossbritannien und Frankreich die Grenzen des heutigen Nigerias bestimmt haben, quer durch Ethnien und traditionelle Kulturgemeinschaften hindurch, und zuvor eigenständige Königreiche, Emirate und Stadtstaaten miteinander verbunden haben. 1960 werden Kolonie und Protektorat Nigeria aus dem britischen Weltreich entlassen und schon bald durch mehrere Militärputsche und den Biafra-Krieg erschütter, in dem die Igbos im Südosten Nigerias um ihre Unabhängigkeit als Republik Biafra kämpfen und verlieren. Erst 1999 findet das Land zu einigermassen demokratischen Verhältnissen zurück.
Mit dem Erdölboom werden einige wenige zu Millionären, während die grosse Mehrheit der Bevölkerung arm bleibt, die nigerianische Wirtschaft bis heute stark vom Erdölexport abhängt und das ganze Nigerdelta zum ökologischen Katastrophengebiet geworden ist.
Im Norden Nigerias breitet sich die Wüste aus und erschwert das Miteinander von sesshaften Bauernfamilien und nomadisierenden Viehzüchterfamilien. Beide sind für ihre überlieferte Lebensweise und ihr Überleben aufs immer knapper werdende Wasser und auf fruchtbaren Boden angewiesen. Mit den schwindenden Zukunftsperspektiven nehmen bewaffnete Auseinandersetzungen zu und breiten sich neue, zerstörerische «Wirtschaftsmodelle» aus: Überfälle und Lösegeldforderungen, transnnationales Banditentum mit Raub und Totschlag.
Im ganzen Land überlagern sich ökologische, wirtschaftliche, politische, religiöse, rechtliche, ethnische Konfliktfelder und erfordern mutige Lösungsschritte über Bruchstellen hinweg.
Hoffnung erstarkt da, wo Menschen einander auf Augenhöhe begegnen, zusammen anpacken und miteinander Brücken bauen: Brunnen für Bäuerinnen und Viehzüchter, Dörfer für muslimische und christliche Familien, sichere Arbeitsplätze für Frauen und Männer, Gesetze gegen Umweltzerstörung und für eine nachhatigere Wirtschaft… Viele nigerianische Gruppen im ganzen Land bauen an einer menschenwürdigen Gegenwart und Zukunft. Unterstützen wir sie mit unserem Gebet und unserer Solidarität, und feiern wir mit ihnen zusammen unsere Hoffnung und unseren Glauben ans stärkende, befreiende Wirken Gottes in uns und der Welt.
Béatrice Battaglia für die Ökumenische Weltgebetstagsgruppe Männedorf und Uetikon